Weihnachten im Hause Adenauer
Solange die Kinder noch klein waren, ging es in der vorweihnachtlichen Zeit im Hau-se Adenauer sehr geheimnisvoll zu. Am Morgen lagen manchmal einige silberne Lamettasträhnen auf der geschwungenen Treppe – ein Zeichen dafür, dass nachts ein Englein dagewesen ist? Überlieferungen wie diese aus dem adenauerschen Familienleben rund um die Feiertage weiß Inge Weidenfeld am Dienstag, 22. Dezember um 11:30 Uhr und um 14:00 Uhr im Adenauerhaus in Bad Honnef/Rhöndorf in der Konrad-Adenauer-Strae 8c zu berichten. Sie kennt auch die Berichte aus den Jahren, in denen das Weihnachtsfest von der Geschichte überschattet wurde und doch einen kleinen Lichtblick barg: So 1933, als Adenauer sich in Maria Laach versteckt hielt und seine Frau Gussie mit dem kleinen Georg auf dem Arm und den andern Kindern am Nachmittag des 24. Dezembers zum Kloster reiste und aus einem Gepäckstück der hölzerne, sorgsam in Packpapier eingeschlagene Kopf des Christkindes ragte. Später, in den Jahren des beginnenden Wirtschaftswunders fragte der Kanzler in einer seiner Weihnachtsansprachen: „Feiern wir eine wirkliche Weihnacht? Ist es eine geweihte Nacht, die wir begehen? Ein Fest erfüllt von Weihe, von Stille und von Besinnlichkeit? Oder ist nicht Weihnachten dem Fluch unserer Zeit, der Rastlosigkeit, der Unruhe, der Äußerlichkeit verfallen?“ Dies erscheint uns aktueller denn je, doch am Fuße der festlich geschmückten Weihnachtskrippe der Familie Adenauer in Rhöndorf bei Weihnachtsgeschichten aus vergangenen Tagen mag es uns für einen kurzen Moment so vorkommen, als wäre die Zeit stehengeblie-ben – weit abseits der Unrast unserer Tage. Der Eintritt ist frei; da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird eine Anmeldung unter Tel. 02224/921-234 oder unter besucherdienst@adenauerhaus.de erbeten.
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